Verkokte AGR-Ventile nach VW-Rückruf?

Verkokte AGR-Ventile nach VW-Rückruf?
Zwischen der beschleunigten Verkokung/Versottung von AGR-Ventilen an Fahrzeugen der Volkswagen-Konzernmarken und den an diesen Fahrzeugen durchgeführten Umbaumaßnahmen im Rahmen der Dieselaffäre scheint es einen Zusammenhang zu geben. So berichten uns Betriebe darüber, dass AGR-Ventile von Kundenfahrzeugen z.T. bereits nach zwei Monaten total zusitzen und funktionsunfähig sind.
 
Der VW-Rückruf wird für den Fahrzeughersteller auch nach der Umrüstung aller betroffener Pkw noch nicht ausgestanden sein, denn die Folgeprobleme liegen auf der Hand. Mal von den höheren Verbräuchen (+10 bis +15%) abgesehen, scheint es einen recht dramatischen Zusammenhang zwischen versotteten, verkokten AGR-Ventilen und dem Rückruf zu geben.
 
So liegen uns und der Autobild-Radaktion etliche Rückmeldungen und Beschwerden zu diesem Thema vor. Die Autobild wird zudem in der Ausgabe der KW 7/2017 darüber berichten. Nach Aussage der Redaktion reagiert der Fahrzeughersteller bislang auf Kundenbeschwerden ausweichend.
 
©IAM-NET.EU
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Klar ist: je höher die Abgasnormen gesetzt werden, desto mehr werden Rückführungssysteme mit Verbrennungsrückständen gefordert und belastet. Dass die Umrüstung alleine mit einer anderen Software, z.T. in Verbindung mit einem Plastikröhrchen, gelingen soll, das hat schon zu Beginn der Rückrufplanung dicke Fragezeichen aufgerufen. "Wenn die Sache angeblich so einfach geregelt werden kann, warum hat Volkswagen dieses dann nicht von Anfang an so konstruiert", bringt es einer Ihrer Kollegen auf den Punkt.
 
Wie dramatisch die AGR-Thematik ist, zeigt sich an dem Fall, den uns ein Kollege aus NRW schilderte. Diese hatte an einem VW im November 2016 das AGR-Ventil gewechselt. Anschließend ist der Kunde zwecks Abwicklung des Rückrufs in den örtlichen Vertragsbetrieb gefahren. Nach zwei Monaten, d.h. im Januar 2017, reklamierte der Kunde das Fahrverhalten und die Abgasfahne seines Fahrzeugs beim örtlichen Vertragspartner. Dort wurde ihm mitgeteilt, er habe wahrscheinlich einen Marderschaden. Der VW-Fahrer fuhr zurück in seine unabhängige Werkstatt. Dort wurde ein komplett zusitzendes AGR-Ventil diagnostiziert (siehe Abbildung), das der Kunde dann gezielt in der Vertragswerkstatt als Mangel anzeigte. Ganz einfach lässt sich ausmalen, wie hoch die Rechnung der Vertragsseite hätte werden können.
 
Wie mit Reklamationen und Kundenbeschwerden umgehen?
 
Froh sein kann man erst einmal darüber, dass die Nachrüstung den Vertragsbetrieben aufs Auge gedrückt wurde und der Fahrzeughersteller die unabhängigen ausgeschlossen hat. Ansonsten hätte man nun Reklamationen am Hals, für die man nichts kann. Treten an Fahrzeugen, bei denen die Rückrufarbeiten bereits durchgeführt wurden, wiederholt verkokte/versottete AGR-Ventile auf, dann sollte der Mangel dem Vertragsbetrieb angezeigt werden, der den Rückruf umgesetzt hat.
 
Wir empfehlen, eine schriftliche Mängelanzeige zu platzieren.Zwischen der beschleunigten Verkokung/Versottung von AGR-Ventilen an Fahrzeugen der Volkswagen-Konzernmarken und den an diesen Fahrzeugen durchgeführten Umbaumaßnahmen im Rahmen der Dieselaffäre scheint es einen Zusammenhang zu geben. So berichten uns Betriebe darüber, dass AGR-Ventile von Kundenfahrzeugen z.T. bereits nach zwei Monaten total zusitzen und funktionsunfähig sind.

Der VW-Rückruf wird für den Fahrzeughersteller auch nach der Umrüstung aller betroffener Pkw noch nicht ausgestanden sein, denn die Folgeprobleme liegen auf der Hand. Mal von den höheren Verbräuchen (+10 bis +15%) abgesehen, scheint es einen recht dramatischen Zusammenhang zwischen versotteten, verkokten AGR-Ventilen und dem Rückruf zu geben.

So liegen uns und der Autobild-Radaktion etliche Rückmeldungen und Beschwerden zu diesem Thema vor. Die Autobild wird zudem in der Ausgabe der KW 7/2017 darüber berichten. Nach Aussage der Redaktion reagiert der Fahrzeughersteller bislang auf Kundenbeschwerden ausweichend.


Klar ist: je höher die Abgasnormen gesetzt werden, desto mehr werden Rückführungssysteme mit Verbrennungsrückständen gefordert und belastet. Dass die Umrüstung alleine mit einer anderen Software, z.T. in Verbindung mit einem Plastikröhrchen, gelingen soll, das hat schon zu Beginn der Rückrufplanung dicke Fragezeichen aufgerufen. "Wenn die Sache angeblich so einfach geregelt werden kann, warum hat Volkswagen dieses dann nicht von Anfang an so konstruiert", bringt es einer Ihrer Kollegen auf den Punkt.

Wie dramatisch die AGR-Thematik ist, zeigt sich an dem Fall, den uns ein Kollege aus NRW schilderte. Diese hatte an einem VW im November 2016 das AGR-Ventil gewechselt. Anschließend ist der Kunde zwecks Abwicklung des Rückrufs in den örtlichen Vertragsbetrieb gefahren. Nach zwei Monaten, d.h. im Januar 2017, reklamierte der Kunde das Fahrverhalten und die Abgasfahne seines Fahrzeugs beim örtlichen Vertragspartner. Dort wurde ihm mitgeteilt, er habe wahrscheinlich einen Marderschaden. Der VW-Fahrer fuhr zurück in seine unabhängige Werkstatt. Dort wurde ein komplett zusitzendes AGR-Ventil diagnostiziert (siehe Abbildung), das der Kunde dann gezielt in der Vertragswerkstatt als Mangel anzeigte. Ganz einfach lässt sich ausmalen, wie hoch die Rechnung der Vertragsseite hätte werden können.

Wie mit Reklamationen und Kundenbeschwerden umgehen?

Froh sein kann man erst einmal darüber, dass die Nachrüstung den Vertragsbetrieben aufs Auge gedrückt wurde und der Fahrzeughersteller die unabhängigen ausgeschlossen hat. Ansonsten hätte man nun Reklamationen am Hals, für die man nichts kann. Treten an Fahrzeugen, bei denen die Rückrufarbeiten bereits durchgeführt wurden, wiederholt verkokte/versottete AGR-Ventile auf, dann sollte der Mangel dem Vertragsbetrieb angezeigt werden, der den Rückruf umgesetzt hat.

Wir empfehlen, eine schriftliche Mängelanzeige zu platzieren.